Leserbriefe

Es hilft nichts, außer reden

Aus ff 47 vom Donnerstag, den 20. November 2025

Der Protest der Lehrpersonen und warum man reden muss: Leitartikel in ff 44/25

Südtirols Schulen funktionieren dank engagierter Lehrpersonen, klarer Abläufe und geteilter Verantwortung, nicht wegen einer überhöhten Hierarchie. Direktoren sind zu politischen Verwaltungsakteuren geworden, sind Bindeglieder nach oben, aber selten Motoren pädagogischer Qualität. Sie sind Relaiss­tellen zum Schulamt, aber nicht notwendigerweise Garanten für pädagogische Innovation oder kollegiale Zusammenarbeit.
Jetzt erhalten sie, ganz ohne Protest, auch noch 18.000 Euro pro Jahr mehr. Statt Unterricht und Kollegium zu stärken, verschiebt sich der Schwerpunkt auf Kontrolle. Das entfremdet die Leitung von ihrem Kernauftrag und macht Schulen abhängig von parteipolitischen Linien. Warum nicht auch in Südtirol eine Unterrichtsverankerung für Direktoren festschreiben und Leitungsarbeit wieder als Dienst am Lernen definieren!?
Weniger Hierarchie, mehr Kollegialität, verbindliche Unterrichtsanteile für Führungskräfte, transparente Zuständigkeiten, rotierende Verantwortung im Team. Zudem Führungsaufgaben pragmatischer verteilen, näher an der Praxis. So gewinnt die Pädagogik, nicht die politische Verwaltung.
Wenn Schule ein Ort des Lernens bleiben soll, braucht es Führung mit Klassenzimmer-Kompass! Das schafft Bodenhaftung und Respekt im Kollegium.
In Liechtenstein müssen Schulleiter verpflichtend unterrichten! Das hält sie fachlich am Boden der Klasse und schafft Legitimität gegenüber dem Kollegium. Aber gewiss, hierzulande weiß man es besser, hier bleibt es beim Altbewährten: Kontrolle nach oben, Belehrung nach unten und dazwischen die Pädagogik, die höflich um eine Audienz bittet!

Florian Leimgruber, Sand in Taufers

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