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Leserbriefe
Kein Buongiorno
ff 2/26 über den Wunsch der Eltern nach Italienischunterricht im deutschen Kindergarten; Leserbrief von Georg Lezuo in ff 3/36
Unser Kind wird zweisprachig aufwachsen. Wir gehören damit zu den relativ wenigen gemischtsprachigen Familien in Villanders. Ich empfinde diese Situation als großes Glück und bin überzeugt, dass auch unser Kind in vielerlei Hinsicht davon profitieren wird. Daher kann ich gut nachvollziehen, dass viele Familien den Wunsch haben, ihren Kindern möglichst früh eine zweite Sprache näherzubringen – in Südtirol ist das sinnvollerweise Italienisch.
Die Anfrage, die einige Eltern in Villanders eingebracht haben, stellt keineswegs ein systemgefährdendes Anliegen dar, sondern vielmehr einen kleinen, ersten Schritt in Richtung Zukunft. Persönlich würde ich sogar weitergehen und mich klar für gemischtsprachige Kindergärten und Schulen aussprechen.
Die Reaktionen politischer Vertreter einiger Parteien – nicht nur aus der rechten, stark patriotisch geprägten Ecke – auf diese Anfragen haben mir jedoch einmal mehr gezeigt, dass Südtirol noch immer nicht bereit ist für ein echtes Zusammenleben der Sprachgruppen.
Wir rühmen uns gerne unseres vermeintlich innovativen und friedlichen Zusammenlebens, übersehen dabei jedoch, dass wir in Wirklichkeit häufig nur nebeneinanderher leben. Im urbanen Raum mag es zwar mehr Berührungspunkte geben als im ländlichen Umfeld, doch insgesamt scheint es, als hielten wir noch immer an Anton Zelgers Grundsatz fest: „Je klarer wir trennen, desto besser verstehen wir uns.“
Ich bin der Meinung, es wäre an der Zeit, uns endlich die bereits vor über 30 Jahren formulierten „Zehn Punkte fürs Zusammenleben“ von Alexander Langer zu Herzen zu nehmen und den Mut aufzubringen, zumindest einen Teil davon in unserem kleinen, schönen Land umzusetzen. Die Genehmigung der Anfrage der Villanderer Elterngruppe könnte ein solcher Anfang sein – ganz im Sinne von Langers drittem Punkt: „Gegenseitiges Kennenlernen, Dialog, Information, Interaktion: Je mehr wir miteinander zu tun haben, desto besser verstehen wir uns.“
Claudia Profanter, Villanders
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