Südtirol hat sich gegen Rassismus und Remigration erhoben. Ein deutliches Zeichen. Doch ein großer Widerspruch bleibt. von Georg Mair, Chefredakteur
Leserbriefe
Das muss Schule machen
ff 8/26 über einen Vorschlag von Andreas Pramstraller, der Schule und Betreuung neu bauen möchte
In Ihrem Artikel steht: „Die Kinder stehen im Mittelpunkt, nicht die Eltern, nicht die Wirtschaft, nicht der Bildungsapparat.“
Ich habe den Artikel genau durchgelesen und bin zum Schluss gekommen, dass dabei nicht die Kinder, sondern die Eltern, die Wirtschaft und die Bildungsstätten im Mittelpunkt stehen. Der Pädagoge Friedrich Fröbel schreibt: „Erziehung ist Beispiel und Liebe und sonst nichts.“
Was für ein Beispiel geben wir unseren Kindern, wenn wir sie schon im frühesten Alter in eine Kita stecken oder möglichst den ganzen Tag in eine Schule schicken? Das Kind verliert dadurch die eigentlichen Bezugspersonen. Das Kind muss sich gleich an viele fremde Personen gewöhnen, womit sicher manche Kinder Schwierigkeiten haben.
Die Eltern sind die ersten Verantwortlichen für die Erziehung und das Wohl der Kinder, nicht die Schule.
Herr Pramstraller schreibt: „Die Familien pfeifen aus dem letzten Loch.“ Ich meine, die Kinder pfeifen aus dem letzten Loch. Die Kinder den ganzen Tag von der Familie weg, bei mehr oder weniger guten Erziehern, das ist sicher nicht gut.
Wo sollten wir ansetzen?
Zuerst bei der Unterstützung der Familien. Die Eltern sollten entscheiden können, wo ihre Kinder bleiben sollen. Bei einem schönen Gehalt eines Elternteiles müssten vielleicht nicht beide einer Arbeit nachgehen. Kindererziehung ist auch eine wichtige Arbeit. Weiters müsste man die Erziehungszeit voll anrechnen, mit einem Gehalt, Pensionsversicherung und Wohnungszulagen für Bedürftige.
Stellt man das Kind in den Mittelpunkt, dann kommt es auch auf Lebensqualitäten wie Ruhe, Duldsamkeit, Zufriedenheit und Bescheidenheit an. Sonst passiert es, wie es schon oft ist. Die Kinder kommen gestresst von der Schule, die Eltern nervös von der Arbeit, dann geht gar nichts mehr. Dann brauchen wir wieder mehr Psychologen in den Schulen und vielleicht auch für manche Eltern. Ich lese, dass Herr Pramstraller auch in der Politik tätig ist. Also nicht längere Öffnungszeiten in den Bildungseinrichtungen, sondern viel mehr Unterstützung der Familien, damit jeder entscheiden kann, was für sein Kind das Beste ist.
Michael Peter Stolzlechner, Nals
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