Leserbriefe

Überlastung vorprogrammiert

Was Tourismus mit Elektrotechnik zu tun hat

Elektrotechnik und Tourismus haben viel miteinander zu tun. Wie das? Nun, die Elek­tro­­­technik folgt klaren Regeln und Gesetzen: Strom steht für Durchflussmenge, Spannung für Potenzialunterschied und Widerstand für Begrenzung. Sie beeinflussen sich gegenseitig. Sinkt etwa der Widerstand eines Leiters, steigt der Strom bei gleichbleibender Spannung. Und damit wären wir bereits beim Tourismus.
Also angenommen: Strom = Menge von Urlaubern; Spannung = Andrang an Touristen; Widerstand = Verkehrswege. So kann man leicht daraus folgern, dass bei niedrigem Verkehrswiderstand – sprich dreispurige Autobahnen, breite Straßen, doppelstöckige Kreisverkehre – die Menge an Verkehr steigt. Treibt man dann noch mit Werbung, Imagepflege, Gästekarten das Potenzial, sprich die Spannung hoch, verstärkt sich das Ganze noch mal.
Nun gibt es in der Elektrotechnik noch die Speicher für elektrische Energie, genannt Batterien. Diese könnte man mit Hotels, Pensionen oder Campingplätzen vergleichen. Je größer sie sind, über je mehr Betten sie verfügen, umso mehr Strom und Spannung braucht es. Und desto geringer muss der Widerstand sein. Das führt zu einer Überlastung. Das System bricht zusammen. Im Tourismus genauso wie in der Elektrotechnik.
Diejenigen, die unsere Geschicke lenken, bräuchten sich nur dieser einfachen Regel bedienen. Dann hätten sie ein Instrument in der Hand, um eine Überhitzung des Ganzen zu vermeiden. Und unseren knappen wie empfindlichen Lebensraum zu erhalten.
Erwin Mayr, Toblach

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