Leserbriefe

Der Preis ist zu hoch

 

Die Neuorganisation der Ombudsstellen. Gast­kommentar von Johanna Brunner in ff 14/26

Zitat von Landesrätin ­Rosmarie Pamer vom 28. Mai 2025, nachzu­lesen auf der Homepage der ­Autonomen Provinz ­Südtirol – es geht um sexuellen Missbrauch und sexualisierte Gewalt.
Es stehe außer Frage, meint sie, dass dieses Thema ­wichtig sei und sie darum von einer raschen Weiter­behandlung ausgehe.
Der Gesetzesentwurf von Landtagspräsident Arnold Schuler für die Regelung der Ombudsstellen liegt nun auf dem Tisch. Man spricht in Bezug auf den Ist-Zustand von kleinen Königreichen und dass es für den Bürger einfacher sei, wenn alles unter ein Dach komme.
Ihr Politiker habt ja keine Ahnung, was ihr damit bei Betroffenen an Gefühlen und anderen Emotionen auslöst!
Der Inhalt entspricht in keiner Weise mehr dem Versprochenen, von einer eigenständigen, weisungsfreien Ombudsstelle, die sich mit Fragen zur sexualisierten Gewalt auseinandersetzt, berät, aufarbeitet, informiert und die Zusammenarbeit mit anderen Diensten fördert.
Wo findet sich der Betroffenenrat? Wo die gesamtgesellschaftliche Verantwortung?
Der Gesetzes­entwurf sieht eine Person vor, die sieben Ombudsstellen ­koordiniert. Das ist ein Hohn für jeden Betroffenen im Land ­Südtirol, das ist wieder eine Watsche ins Gesicht eines jeden Betroffenen von sexuellem Missbrauch oder sexualisierter Gewalt.
Ich bin Betroffene von ­s­exualisierter Gewalt und spreche für viele andere Betroffene: Wir haben das Recht, dass wir endlich gehört werden, wir erwarten, dass die Gesellschaft endlich Verantwortung übernimmt, dass die Politik endlich Zeichen setzt und uns nicht für dumm verkauft.
Wir Betroffene sind ein ­großer Teil der Gesellschaft, und Politiker/innen täten gut daran, uns respektvoll und würdevoll zu ­vertreten! Wo ist Euer Mut, Eure Courage, unsere Stimmen in Taten umzusetzen?
Wir sprechen von der Gewalt, die uns angetan wurde, um nicht daran zu ersticken.
Es ist mehr als gerechtfertigt, dass die Landesregierung endlich die Augen öffnet und den vielen Betroffenen von sexuellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt mit ­verantwortungsvoller ­Haltung gegenübertritt.
Alles andere ist ein Armutszeugnis für das Land Südtirol
Damaris Kosel, Mals

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