Leserbriefe

Die Bagger warten

 

ff 13/26 über den Abbruch der Kasernen in Schlanders und die Zukunft der „Basis“

Am 26. März 2026 hat der Gemeinderat von Schlanders mit 15 Ja-Stimmen, 2 Enthaltungen und 1 Gegenstimme beschlossen, die drei Baulose Palazzina Misurata, Palazzina Commando und die Villa Wielander abzureißen. Damit führt die neue Gemeindeverwaltung die Politik der alten Gemeindeverwaltung fort.
Also alles demokratisch, alles transparent, alles okay. Wirklich?
Als Bürger von Schlanders bin ich enttäuscht und verärgert. Das Projekt Drususkaserne ist für die zukünftige Entwicklung von Schlanders das größte Projekt. Weder der Gemeindeausschuss noch der Gemeinderat haben sich die Zeit genommen, Alternativen zum Abbruch zu diskutieren. Eine außerplanmäßige Gemeinderatssitzung wurde einberufen mit der Begründung, dass ein Drittel der Misurata für den Bau der Tiefbauhalle des angrenzenden Berufsbildungszentrums abgerissen werden muss.
Dabei wurde gleich beschlossen, nicht nur das notwendige Drittel des ersten Bauloses, sondern auch das zweite und dritte Baulos abzureißen. Dies, obwohl bei der Gemeinderatssitzung nicht klar wurde, was auf den leeren Flächen gemacht werden sollte.
Zwei Beschlussanträge zu dem Thema, wenige Tage zuvor von der Bürgerliste eingereicht, wurden nicht zugelassen. Eine ­Diskussion über eine langfristige Ansiedlung des Oberschulzentrums im Kasernenareal, über Bauen am Bestand, den Bau von Mietwohnungen, die Erhaltung des ganzen ­Ensembles gab es nicht.
Dabei sieht das neue Wohnbaureformgesetz Nr. 6/2025 unter anderem diese Möglichkeiten vor. Schlanders hat auf dem Kasernengelände mit der Basis Vinschgau ein Vorzeigeprojekt erstellt, indem nicht abgerissen und teuer neu gebaut wurde, sondern behutsam und intelligent saniert und adaptiert wurde. Dafür bekam Schlanders einen Sonderpreis von der Architekturstiftung Südtirol. Anstatt diesen Weg weiterzugehen und die Gebäude für kostengünstige Mietwohnungen zu sanieren, werden nun die alten Kasernen abgebrochen. Das dafür notwendige Geld wird für andere wichtige Investitionen fehlen.
Heinrich Zoderer, Schlanders

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