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Leserbriefe
Billige Ortstaxe
Warum ist sie in Bozen so niedrig und warum wird sie nicht für die Bevölkerung verwendet?
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Corrarati, sehr geehrter Herr Vizebürgermeister Konder, sehr geehrte Mitglieder des Stadtrats und des Gemeinderats, sehr geehrter Landeshauptmann Kompatscher, sehr geehrter Landesrat für Tourismus, sehr geehrte Vertreter des HGV.
Bei der Organisation einer Lehrfahrt nach Neapel wurde ich darauf hingewiesen, dass die Stadt die Ortstaxe erhöht hat – auf bis zu 6 Euro pro Nacht in einer Unterkunft ab 3 Sternen. Da fällt mir ein, dass Bozen die Kurtaxe im Jänner ebenfalls erhöht hat.
Der Höchsttarif liegt in Bozen bei nur 3,50 Euro – und davon fließen 90 Prozent zurück in die Tourismuswerbung, also in die Finanzierung des Problems, nicht seiner Lösung.
Umgerechnet auf die herrschenden Preise kostet die Touristen die Bozener Ortssteuer nicht einmal zwei Macchiati. In Neapel kann man damit eine Pizza essen. Südtiroler Familien überlegen derweil, ob eine Pizza für alle noch ins Budget passt – Mieten und Lebenshaltungskosten steigen seit Jahren, nicht zuletzt wegen des Tourismus.
Dabei gäbe es Möglichkeiten, diese Einnahmen sinnvoll einzusetzen: günstigere Öffis, Seilbahnen, Eintritts- und Parkpreise für Menschen, die hier immer wohnen, Unterstützung und Angebote für Familien und Jugendliche, zum Beispiel Familienpass wie in Innsbruck, oder auch nur mehr Personal, das kontrolliert, ob Touristen auf Anrainerparkplätzen parken. Andere Regionen Europas nutzen solche Abgaben längst zur Steuerung der Touristenströme und zur Entlastung der Bevölkerung. Südtirol investiert, um noch mehr Gäste anzulocken.
Wie begründen Sie dieses Vorgehen? Jemand, der viel Geld für eine Übernachtung ausgibt, kann sich doch ohne Probleme eine angemessene Kurtaxe leisten, und warum wird der Erlös derselben nicht mehr zur Unterstützung der Bevölkerung investiert?
Eva Lageder, Bozen
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