Leserbriefe

Die Angst vor Frauen

 

Warum gibt es in Südtirol immer noch so wenig Verwaltungsrätinnen?

Es gibt Frauen, die ein Leben lang selbstständig sind, ihr eigenes Geld verdienen, die wissen, wie man ein Aggregat bedient, die Motorschlitten fahren können, am eigenen Auto rumschrauben, Bier­fässer tragen, Flugstunden hinter sich haben, in Schul­räten sitzen, jahrelang auf einer Alm überleben, eine tolle Familie und ein Kind haben und es schaffen, sich um diese zu kümmern, ehrenamtlich im Struktur­beirat einer geschützten Werkstatt sich für Menschen mit Beeinträchtigung engagieren und dazwischen sogar noch Zeit für einen ­„schnellen Kaffee“ haben und dann nicht in Verwaltungsräte kommen, weil es in ­Südtirol eine Engstirnigkeit bei gewissen Männern gibt, die noch immer glauben, Frauen gehören nach Hause zu Kind und Kegel und ­hinter den Herd.
Selbst wenn der Bürgermeister von Sand in Taufers nun zurückrudert und meint, man lege ihm Worte in den Mund, so hat er diese wohl geäußert als öffentliche Person der Verwaltung, die er selbst so kritisiert, und als Vertreter seiner Wähler, unter denen wohl einige Frauen sind.
Man scheint in Südtirols Verwaltungsräten noch immer Angst vor taffen Frauen zu haben. Vielleicht, weil sie oft zu genau und korrekt sind?
Monika Senfter, Reischach

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