Leserbriefe

Chronisch überlastet

Warum die Bahnlinie Bozen–Meran den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen ist

Die gegenwärtige Lage der Bahnlinie Bozen–Meran ist die Folge einer chronisch überlasteten Infrastruktur, die den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen ist. Da die eingleisige Linienführung als struktureller Flaschenhals einen stabilen Halbstundentakt verhindert, führen fehlende Ausweichkapazitäten dazu, dass bereits geringfügige technische Defekte kaskadenartige Verspätungen auslösen.
In Kombination mit einer an der Kapazitätsgrenze operierenden Fahrstromversorgung und externen Störfaktoren wie Witterung oder Baustellen werden lokale Vorfälle unmittelbar zu einer systemweiten Belastung.
Diese Unzuverlässigkeit macht die Bahn für Pendler unattraktiv und erzwingt faktisch die Rückkehr zum Pkw. Dies verschärft die Verkehrsbelastung im Etschtal, anstatt sie wie politisch beabsichtigt zu lindern. Notwendig wären eine tiefgreifende Modernisierung der Stromspeisung sowie bauliche Erweiterungen zur Schaffung dringend benötigter Ausweichkapazitäten.
Flankiert werden sollte dies von einer Kommunikation, die über standardisierte Floskeln wie „Ci scusiamo per il disagio“ hinausgeht, anstatt Fahrgäste im Informationsvakuum stehen zu lassen, während die Verbindung auf der Anzeige systembedingt erlischt.

Manuela Bonfanti, Algund

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