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Leserbriefe
Kein weiter so
Aus ff 24 vom Donnerstag, den 11. Juni 2026
ff 23/26 über die Verkehrsdemo am Brenner
Es geht bei der Brennerautobahndebatte nicht darum, wie SVP-Europaparlamentarier Herbert Dorfmann meint, dass die Menschen „die Schnauze voll haben“. Die Menschen, die in den Tälern entlang der Autobahn leben, wollen wegen der gesundheitsschädlichen Luftschadstoff- und Lärmbelastung nicht an Gesundheit und Lebensjahren einbüßen, schon gar nicht nur wegen wirtschaftlicher Gewinnmaximierung und Dumping-Maut auf der Brennerroute.
Luftschadstoffe aus Straßenverkehr sowie Lärm durch Straßen- und Zugverkehr machen krank und führen zu einem vorzeitigen Tod. Das ist südlich des Brenners nicht anders als in Nordtirol. In Brixen sind die Feinstaubwerte auch fern der Autobahn (von den Wohngebieten, Kinderspielplätzen und Schulen in unmittelbarer Nähe zur Autobahn gibt es keine Messwerte) oft auf oder sogar über Großstadtniveau wie in Mailand, Rom oder Tokyo.
Eine „variable Maut“, wie sie Landesrat Alfreider und Bayerns Verkehrsminister vorschlagen, reduziert den Autobahnverkehr nicht, sondern sorgt höchstens für eine kontinuierliche maximale Belastung durch Lärm und Luftschadstoffe. Die Bürgermeister im Nordtiroler Wipptal nehmen ihre BürgerInnen ernst und fordern, da bisher nicht gehört, mit einer achtstündigen Autobahnblockade und einem sachlichen Forderungskatalog, dass endlich völlig gerechtfertigte und konkrete Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit zeitnah umgesetzt werden und nicht alles – sogar die Gesundheit ihrer Bevölkerung – der Gewinnmaximierung geopfert wird.
Und in Südtirol schimpfen die Regierungsmehrheit und die Wirtschaft über diesen „Hilferuf“. Wenn die Südtiroler Wirtschaft und Tourismus durch eine nur achtstündige Autobahnsperre katastrophale Einbußen erfahren, dann müssen wir unser Wirtschafts- und Tourismus-Modell dringend umbauen.
Elisabeth Fulterer, Kinderärztin und Team-K-Gemeinderätin, Brixen
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