Der Politikwissenschaftler Matthias Scantamburlo erklärt, warum ein Dialektverbot in der Politik im Baskenland undenkbar erscheint – und in Südtirol nicht.
Leserbriefe
Leserbriefe
„Das laugt alle aus“
Barbara Plagg in ff 22/26 über Familien, Mütter und alte Rollenbidler; Leserbrief von Johanna Innerhofer in ff 24/26
Frau Innerhofer kritisiert nicht unsere Forderungen, sondern ihre Fantasieversion davon. Niemand fordert die ganztägige und ganzjährige Abschiebung von Kindern von 0 bis 14 Jahren.
Gefordert wird finanzielle Absicherung für Eltern, die zu Hause bleiben, und kindgerechte, verlässliche Betreuungsangebote für Familien, die sie wegen Erwerbsarbeit brauchen. Das entspricht den familienpolitischen Mindeststandards der EU – Kinder haben nämlich ein Recht auf hochwertige frühkindliche Bildung und Betreuung.
Im Gegensatz zur Mutterkult-Idee geht es dabei tatsächlich um kindliche Bedürfnisse: Ein Ganzjahreskindergarten bedeutet nicht, dass jedes Kind immer dort sein muss. Er bedeutet, dass Kinder mit Betreuungsbedarf auch sommers in vertrauten Strukturen bleiben können, statt wochenweise in wechselnde Notangebote zu müssen – das ist nämlich tatsächlich nicht kindgerecht.
Auch die Berufung auf Entwicklungspsychologie ist keine objektive Wissenschaft, sondern fantasievoller Muttermythos: Die Entwicklungspsychologie sagt nicht, dass Mütter zu Hause bleiben müssen. Sie sagt: Entscheidend für eine gute Entwicklung sind Stabilität und Qualität der Betreuung.
Kinder brauchen verlässliche Beziehungen, die von mehreren Menschen getragen werden können: von Eltern, Großeltern, Erzieherinnen.
Die Idee der dauerverfügbaren Mutter stammt aus einer historischen Mischung von bürgerlicher Geschlechterordnung, Nachkriegs-Hausfrauenmodell und religiös-moralischer Mutterideologie. Mit moderner Entwicklungspsychologie hat sie nichts zu tun. John Bowlby, Begründer der Bindungstheorie, sagte übrigens selbst: Die Betreuung kleiner Kinder sei „no job for a single person“.
Barbara Plagg, Brixen
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„Das laugt alle aus“
Barbara Plagg in ff 22/26 über Familien, Mütter und alte Rollenbidler; Leserbrief von Johanna Innerhofer in ff 24/26
Sehr interessant, das Interview mit Barbara Plagg. Was sich eine mutige Frau wie sie gefallen lassen muss?! Vermisse ihre frechen Kolumnen.
Stefan Dosser, Meran
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Der Landtag lehnt ab
Direkte Demokratie und mehrsprachige Schule: zwei Mal nein
Der Südtiroler Landtag hat am 11. Juni Möglichkeiten für mehrsprachige Schulen und für mehr direkte Demokratie abgelehnt. Diese Entscheidung ist für mich unverständlich und verantwortungslos.
Gleich verwundert und enttäuscht bin ich über die Berichterstattung in den zwei deutschsprachigen Tageszeitungen und bei der Rai tags darauf. Ich habe keinen kritischen Kommentar darüber gefunden, warum wohl die Regierungsparteien Angst vor mehr Demokratie haben und den Familien nicht die Entscheidung zugestehen wollen, frei zwischen einer ein- und mehrsprachigen Schulbildung zu wählen.
Sepp Kusstatscher, Villanders
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Kein weiter so
ff 23/26 über die Verkehrsdemo am Brenner
Das Verkehrschaos ist am 30. Mai ausgeblieben, weil sich die Südtiroler Bevölkerung „brav“ an die Anweisungen von Zivilschutz, Landeshauptmann und HGV gehalten hat (nicht etwa, weil endlich jemand den Mut hatte, für einen Tag diesen irrsinnigen Umwegverkehr, diesen unsäglichen Spaß- und Tourismusverkehr von Norden an den Gardasee und an die Südtiroler Tourismushochburgen zu unterbinden).
Die Demo in Matrei war ein voller Erfolg, Karl Mühlsteiger und den anderen Bürgermeistern gebührt größter Respekt, ebenso allen Teilnehmern. Die Menschen im Wipptal (und auch die im Eisacktal) konnten einen Tag lang aufatmen, spüren, wie der Normalzustand sein könnte und sollte. Ich kann mich nicht erinnern, jemals derart entspannt und friedlich über den Brenner geradelt zu sein.
In Südtirol dürfen wir uns indessen mit Leuten begnügen, die seit Jahrzehnten eines tun, und zwar reden: Verkehr verflüssigen, Verkehr entzerren, Verkehr in die Nachtstunden ausdehnen, Verkehrszählungen, variable Maut, Buchungssystem, Slot usw. (alles Maßnahmen, die am Status quo genau null ändern würden).
Ein gewaltiges Eigentor? Ja, allerdings ein gewaltiges Eigentor der Südtiroler Landesregierung. Die Entscheidung des Landeshauptmanns, nicht anwesend zu sein, war allerdings goldrichtig. Den Kommentaren der Tiroler Teilnehmer war klar zu entnehmen, er wäre besser bedient, sich in Zukunft im Wipptal nicht mehr blicken zu lassen.
Wer trägt die Kosten für das sinnlose Auffahren der Bevölkerungsschutzmaschinerie? Jene, die vor ein paar Wochen noch die Apokalypse prophezeit haben, dürfen sich gerne freiwillig melden.
Ivo Degiorgis, Bozen
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Kein weiter so
ff 23/26 über die Verkehrsdemo am Brenner
Auf der Rückfahrt von der Kundgebung in Matrei habe ich die vielen Kräne bei der Luegbrücke gesehen und es kam mir der Gedanke, ob es nicht vernünftig wäre, gleich die Photovoltaik-Überdachung vorzunehmen, um dann später das „EinschienenHängeBahnSystem“ (EHB) und die Elektrifizierung der Autobahn vornehmen zu können. Und zwar zur Stromerzeugung, zum Schutz der Infrastruktur, zur Unterbringung von Strom- und Datenleitungen auch als tragende Elemente der PV-Überdachung und der Schiene der EHB fünf Meter oberhalb der Fahrbahn.
An dieser rollen Trolleys mit Hebewerk a) zur hängenden Beförderung von Personen und Gütern in Kabinen, Containern und anderen Formen, etwa im eigenen Auto; b) zum Ziehen und Steuern auch von fahrer- und antriebslosen Fahrzeugen, denn was für den hängenden Transport zu schwer ist, zieht man; c) zur Übertragung von Strom und Steuerungsdaten an E-Straßenfahrzeuge; d) zum Betrieb einer Hochgeschwindigkeits-EHB oberhalb der Überholspur. Diese Hängebahn wird sehr flach und aerodynamisch gestaltet, sodass bei zunehmender Geschwindigkeit der Druck auf die Räder abnimmt und der Passagier das Gefühl des Fliegens hat. Darunter fahren noch Fahrzeuge bis zu einer Höhe von 2,5 m. Doppelter Verkehr!
Somit fahren alle elektrisch und elektronisch gesteuert. Dies führt zur 1) Eliminierung der Abgase; 2) Reduzierung des Lärms und anderer Umweltbelastungen (Schneeräumung, Salzeinsatz oder Abwasser); 3) Erhöhung von Sicherheit und Leistungsfähigkeit.
Albert Mairhofer, Gsies
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Pater Noster
Ein Mönch, sein Hund und die Zukunft von Kloster Säben: Titelgeschichte inff 22/26
Bis vor Kurzem versank Kloster Säben in einem Dornröschenschlaf. Und auch heute weiß man noch nicht, wie es weitergehen soll, zumindest religiös, spirituell.
Die weltliche Seite hat konkrete Vorstellungen, die Gemeinde Klausen forciert das Aufzugprojekt zur Erschließung des heiligen Berges um 28 Millionen Euro. Laut Herbert Gamper, dem Projektleiter, bestreitet die Kosten zu 100 Prozent das Land. Er gibt Entwarnung: Hotspotgefahr gibt es garantiert keine. Land und Kirche schweigen noch.
Doch mir ist die spirituelle Seite entschieden wichtiger. Man wusste schon lange, dass das Kloster aus demografischen Gründen von den Benediktinerinnen aufgegeben wird. Doch entschieden wird erst, wenn es brennt. Bereits das Kolpingwerk unter Herbert Denicolò wolle ein spirituelles Zentrum schaffen, daraus wurde nichts. Katholische Laienverbände schlugen dasselbe vor, schrieben ein Konzept unter Federführung von Lisa Huber, studierte Theologin, Beraterin der österreichischen Frauenorden. Die Diözese schmetterte das Konzept ab, entschied sich für den Zisterzienserorden. Letztlich blieb ein einziger Mönch und die Zukunft ist weiterhin offen, vonseiten der Zisterzienser und der Diözese. Inzwischen nagt der Zahn der Zeit am Kloster.
Die Spiritualität boomt, Pilgern und Exerzitien sind in. Das Kloster schreit nach religiöser, spiritueller und geistiger Belebung. Und da steht hoch oben ober Klausen ein geschichtsträchtiges Gebäude, das sich als spirituell offenes Zentrum geradezu aufdrängt, doch wir hängen in der Warteschleife.
Richard Santifaller, Brixen
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Tempo ohne Konsequenzen
Die Raserei auf Südtirols Pässen: Leitartikel von Verena Pliger in ff 23/26Ein großes Lob und Danke an Frau Pliger, sie hat mir und sicher ganz vielen anderen aus der Seele gesprochen und mehr als treffend den
inzwischen fast täglichen Wahnsinn auf unseren Pass-Straßen beschrieben. Was sich diese sogenannte „Tschechische Mafia of the roads“ letzten Freitag bei uns auf der Karerpass-Straße durchs Dorf Tiers geleistet hat, schlägt dem Fass endgültig den Boden aus.Wie lange müssen wir uns das noch bieten lassen von einer kleinen Minderheit von präpotenten, rücksichtslosen Rasern, dazu sind auch die unzähligen Oldtimer-Trosse zu erwähnen, die Abgase produzierend durch die Dolomiten knattern, auch sie zu schnell, zu laut, mit Hupkonzerten meinen sie wohl noch mehr Aufmerksamkeit erzeugen zu müssen. Das Maß ist voll, und die Politik will uns vertrösten mit unglaubwürdigen Ausreden. Dieser Wahnsinn wäre zu stoppen, unsere Nachbarn machen es vor, das Zauberwort lautet „Dezibelmessungen“. Ob Auto, Motorrad oder sonstige Gefährte, die so über die Pässe knattern und rasen und zu laut sind: Sie bleiben draußen.
Ich zitiere Frau Pliger: Wieder ist ein Jahr vergangen und wieder ist nichts passiert. Und genau das spiegelt die Heuchelei unserer Politik wider. Während die normale Bevölkerung dem Klima zuliebe die kleinsten Alltagsentscheidungen hinterfragen soll, behandeln und missbrauchen Superreiche inklusive die oberen Kategorien der heimischen Hotellerie, die auf unser aller Kosten ihr Geld verdienen, unsere Natur und Heimat als privaten Bespaßungsspielplatz für ein paar wenige Privilegierte. Und angesichts der noch zu realisierenden Hotelprojekte, die allesamt der oberen Luxuskategorie angehören, dürfen wir uns auf noch mehr, noch lauter und noch schneller einstellen.
Die zuständige Politik, die nicht sehen will, und alle anderen, die von diesem Wahnsinn unverschämterweise profitieren, sollten sich schämen und sich gut überlegen, was sie mit dieser Art von Tourismus der einheimischen Bevölkerung zumuten.
Esther Lösche, Tiers
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Ungefragte Vorschläge
Eine neue Studie beschäftigt sich mit Maßnahmen zur Begrenzung des Tourismus in Südtirol. Sie könnten ihn grundlegend verändern.
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Liebe Leserin, lieber Leser,
die Leute, die uns das Essen liefern oder auch die Leckerlis für den Hund, sind im Stadtbild allgegenwärtig. Manchmal nerven sie, weil sie es so ...

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