Leserbriefe

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Sterbehilfe: Leitartikel in ff 24/26
Wenn aus Leben Horror wird

Es ist höchste Zeit, in der Politik über eine Möglichkeit der aktiven Sterbehilfe zu diskutieren. Ich glaube aber auch, dass man dafür ein eigenes Gesetz machen und eine breitere Diskussion in der Gesellschaft führen soll. Eine Diskussion, ausgeweitet auch auf gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Überlegungen.
Es scheint selbstverständlich zu sein, dass man alles tut, damit die Menschen immer älter werden, dass man alte Menschen wieder reanimiert, sie operiert und evtl. Organe verpflanzt oder sie anderen teuren Therapien unterzieht.
Wir Südtiroler wollen immer die Besten sein und auch die Ältesten. Nur das kostet sehr viel Geld, und wer muss das bezahlen? Die jüngeren Generationen? Nur damit wir Alten – oder viel mehr die Ärzte – alle technischen Möglichkeiten ausreizen?
Wir Alten kosten nicht nur der Sanität viel Geld, sondern auch der Rentenkasse bzw. dem Steuerzahler. Ich glaube, es braucht ein radikales Umdenken! Und zwar, dass Betroffene anfangen, nicht mehr alle Möglichkeiten zu nutzen, um noch älter zu werden. Und auch die Ärzte sollten sie/uns dabei unterstützen.
Ich kenne Beispiele, etwa eine über 80-jährige Frau, die mit der Diagnose Krebs konfrontiert entschieden hat, keine Therapien zu machen und das natürliche Schicksal zu akzeptieren. Oder ähnliche Beispiele, wo Personen gebeten haben, sterben zu dürfen, die Ärzte aber nicht einmal eine passive Sterbehilfe akzeptieren wollten!
Die in Italien vorgegebenen Bedingungen für eine aktive Sterbehilfe sind viel zu eng. Es gibt viel mehr Menschen, die ihre Lebensaufgabe erfüllt haben und sich nichts mehr erwarten können als ein Altwerden mit Demenz oder Leiden bei fehlendem Betreuungspersonal. Es gibt jetzt schon Strukturen für alte Menschen, die wegen fehlendem Personal nicht genutzt werden können. Und die Situation wird nur noch schlimmer! Man vernimmt jetzt schon schreckliche Geschichten von überfordertem Pflegepersonal und vernachlässigten Pflegebedürftigen. Ob die Roboter wirklich unsere Rettung sein werden?
Meines Erachtens sollte man allen alten Menschen nicht nur helfen ein würdiges Leben zu führen, sondern auf Wunsch es auch würdig zu beenden! Man muss ihnen/uns auch Alternativen bieten, damit es nicht nur den letzten Ausweg gibt, sich zu vergiften, über die Brücke zu springen oder als Unglück kaschiert von einem Berg zu stürzen oder bei Hochwasser in den tosenden Fluten die letzte Chance zu sehen, ihre „Ruhe“ zu finden.
Sepp Bacher, Bozen

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Ball der Gefühle
Fußball-WM: Politik, ­Megabusiness, Flucht aus dem Alltag. Titelgeschichte in ff 24/26

Es gibt noch einen weiteren Gallier in Südtirol außer Hans Heiss. Auch ich mag weder die Fifa noch Trump.
Rudolf Campestrini, Lana

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Kontrolliertes Fahren
Die Speed-Boxen und die Einnahmen der Gemeinden

Laut Veröffentlichung der nationalen Vereinigung der Verbraucherschutzorganisationen „Codacons“ hat die Gemeinde Bozen durch die Deaktivierung der Speed Check Boxen vonseiten der italienischen Regierung Mindereinnahmen von 84 Prozent und die Trientner Gemeinde Mori 66 Prozent zu verzeichnen. Interessant wäre auch zu erfahren, in welcher Größenordnung die Südtiroler Gemeinden Völs am Schlern, Klausen, Sand in Taufers betroffen sind.
Anhand dieser Ergebnisse ist klar ersichtlich, dass die Verkehrssicherheit nur ein Vorwand ist. Aufgrund dessen bitte ich die italienische Regierung, die Aktivierung dieser Geschwindigkeitsmessgeräte nie mehr zu erlauben.

Albert Peslalz, Bruneck

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Ungefragte Vorschläge
Neue Studie: ff 25/26 über Maßnahmen zur Beschränkung des Tourismus

Einhebung einer Tourismusgebühr nach Kategorien stark gestaffelt (5 Sterne mindestens 20 €/Tag) für eine Woche (mit eigener Ausweisung im Angebot) und die Stopfung der IDM herunterfahren!
Josef Fulterer, Kastelruth
Südtirol hat es verstanden, den Wert seiner Landschaft zu vermarkten. Und das schafft einen hohen Urlauberandrang. Nun sind wir Opfer unseres eigenen Erfolges, denn ein grenzenloses Wachstum kann es nicht geben. Die vielen Hotspots im Land gleichen mittlerweile einer Massenabfertigung. Da treten an die Stelle eines unverfälschten Landschaftsbildes lange Warteschlangen, Verkehrskollaps an Knotenpunkten, überfüllte Orte. Ein Tourismus kann nur Wohl(zu)stand schaffen, wenn er Akzeptanz auch bei den Ansässigen genießt und die Grundlagen, auf denen er ruht (Natur), nicht in einer Art und Weise verschleißt, dass die Qualität von Ferien und Erholung gen null tendiert.
Thomas Malfertheiner, Bozen

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Sie lassen nicht locker
Schule: die Drahtzieher der Lehrerproteste und wie es im Herbst weitergeht
Die angekündigte Gehaltsaufwertung für das Lehrpersonal der Staatsschulen wird von Landesrätin Amhof als großer Erfolg präsentiert. Man könnte beinahe meinen, das Land habe plötzlich die Bedeutung der staatlichen Lehrkräfte entdeckt. Tatsächlich ist diese Entwicklung nicht das Ergebnis politischer Weitsicht, sondern die Folge des Drucks, den die Lehrpersonen aufgebaut haben. Über Jahrzehnte haben Land und Schulgewerkschaften den Status quo verwaltet, der die Staatslehrpersonen finanziell immer weiter ins Abseits brachte. Während für andere Landesbedienstete und Landeslehrpersonen regelmäßig Lösungen gefunden wurden, schien bei den Staatslehrpersonen vor allem eines zu gelten: vertagen und vertrösten. Das Ergebnis ist ein Gehaltsabstand, der politisch intendiert war. Die angekündigte Aufwertung ist kein Akt der Wertschätzung, sondern das verspätete Eingeständnis des Scheiterns einer Politik, deren erklärtes Ziel darin bestand, den Staatslehrpersonen möglichst wenig bis gar nichts zukommen zu lassen. Wer daraus einen historischen Wurf machen möchte, übersieht, dass eine Annäherung an die Gehälter vergleichbarer Landesbediensteter in weiter Ferne liegt. Offenbar bleibt die Verhinderung von Gehaltsanpassungen eine Konstante der Landespraxis, während nun diese spärliche Umsetzung als außergewöhnliche Leistung verkauft wird. Ohne den Druck der Lehrkräfte wäre es niemals zu einem Einlenken des Landes gekommen! Das Ganze ist peinlich für die SVP. Peinlicher geht es nicht.
Florian Leimgruber, Sand in Taufers

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Ungefragte Vorschläge
Neue Studie: ff 25/26 über Maßnahmen zur Beschränkung des Tourismus

Die Diskussion über eine Begrenzung des Tourismus in Südtirol wird derzeit sehr emotional geführt. Dabei gerät oft in Vergessenheit, dass der Wohlstand unseres Landes zu einem wesentlichen Teil auf dem Tourismus basiert. Über Generationen hinweg haben familiengeführte Betriebe mit großem persönlichem Einsatz und unternehmerischem Risiko eine touristische Qualität aufgebaut, die weit über die Landesgrenzen hinaus geschätzt wird.
Bemerkenswert ist, dass Südtirol im Vergleich zu anderen alpinen Tourismusregionen mit vergleichsweise geringen Werbeausgaben zu den erfolgreichsten Destinationen des Alpenraums zählt. Von dieser Entwicklung haben nicht nur die Beherbergungsbetriebe profitiert, sondern zahlreiche Wirtschaftszweige sowie die gesamte Bevölkerung.
Gleichzeitig werden dem Tourismus häufig einseitig Probleme wie Verkehrsbelastung, Wohnungsnot oder Umweltbeeinträchtigungen zugeschrieben. Auch andere Wirtschaftssektoren, das Bevölkerungswachstum sowie die Ansiedlung neuer Unternehmen tragen zum Verkehrsaufkommen, zum Flächenverbrauch und zum steigenden Infrastrukturbedarf bei.
Eine differenzierte Betrachtung verdient auch der stark zunehmende Campertourismus. Viele Reisende übernachten außerhalb offizieller Campingplätze, entrichten keine Ortstaxe und sind nicht erfasst. Die daraus entstehenden Belastungen für Umwelt und Gemeinden werden in der öffentlichen Diskussion thematisiert. Ähnliches gilt für Zweitwohnungen, deren Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt seit Jahren bekannt sind. Hier stellt sich auch die Frage nach den politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die diese Entwicklung ermöglicht haben.
Zudem sollte bedacht werden, dass Reisen für viele Menschen zum Lebensstil gehört – auch für die Südtirolerinnen und Südtiroler. Es erscheint daher wenig konsequent, anderen etwas verwehren zu wollen, das man selbst gerne in Anspruch nimmt.
Der Tourismus hat darüber hinaus wesentlich zum Ausbau von Infrastrukturen beigetragen, die nicht nur Gästen, sondern ebenso der einheimischen Bevölkerung zugutekommen. Dazu zählen Wanderwege, Langlaufloipen, Radwege, Schwimmbäder sowie zahlreiche weitere Freizeit- und Erholungseinrichtungen.
Ein Großteil der Betriebe arbeitet seriös, verantwortungsvoll, nachhaltig und qualitätsorientiert.
Anstatt pauschal über Tourismusbegrenzungen zu diskutieren, sollte der Fokus auf einer intelligenten Besucherlenkung liegen. Sinnvoll wären regionale Kontingente in besonders sensiblen Gebieten, eine gezielte Steuerung von Tagesgästen, eine bessere Verteilung der Besucherströme sowie verstärkte Kontrollen und der Einsatz von Rangern in stark frequentierten Naturräumen. Gleichzeitig sollten weitere Anreize geschaffen werden, damit Gäste verstärkt öffentliche Verkehrsmittel nutzen.
Vor allem aber brauchen die Unterkunftsbetriebe Perspektiven und Planungssicherheit. Familienbetriebe müssen die Möglichkeit haben, zu investieren, sich weiterzuentwickeln und einen erfolgreichen Generationswechsel zu gestalten.
Nicht der Tourismus als Ganzes ist das Problem. Die eigentliche Aufgabe besteht darin, wirtschaftliche Entwicklung, Lebensqualität und Nachhaltigkeit in ein Gleichgewicht zu bringen.
Es fällt auf, dass zum Thema Tourismusgesinnung überwiegend negative Presseaussendungen veröffentlicht werden. Eine ausgewogene Darstellung, die auch die positiven Aspekte und die breite Akzeptanz des Tourismus berücksichtigt, wäre in Zukunft wünschenswert.
Dieter Wurmböck, Hotelier in Innichen

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