Frauen – Geldgeschäft: (doc) „Frei über das eigene Einkommen und die eigenen Ersparnisse verfügen zu können, bedeutet, ...
Leserbriefe
Leserbriefe, Ausgabe 28_26
Ungefragte Vorschläge
ff 25/26 über Maßnahmen zur Beschränkung des Tourismus; Leserbrief von Hotelier Dieter Wurmböck in ff 26/26
Tourismusunternehmer wie Herr Wurmböck aus Innichen fühlen sich immer wieder aufgerufen, die „weltweit geschätzte touristische Qualität Südtirols“, den durch den Tourismus erzeugten Wohlstand und die unternehmerische Leistung der Touristiker zu betonen. Ist alles unbestritten.
Die von Umweltverbänden, von der politischen Opposition und immer mehr Menschen im Land allseits gespürte und aufgezeigte Fehlentwicklung ist das grenzenlose Wachstum. Wohnungsnot, Verkehrsbelastung, Verbauung werden nicht „einseitig dem Tourismus zugeschrieben“, wie Herr Wurmböck meint, sondern hängen nachweislich mit der touristischen Überlastung in der tourismusintensivsten Region der Zentralalpen wie auch anderswo zusammen.
Dazu gibt es jede Menge Daten, doch zitiere ich nur einen vielsagenden Umstand: mit 38,2 Mio. Nächtigungen verzeichnete Südtirol 2025 über 60% der Nächtigungen in der ganzen Schweiz.
Die Frage des Übertourismus stellte sich schon 2019 und ist anhand des LTEK, dem Landestourismusentwicklungskonzept 2030, durchdiskutiert worden. Muss diese Debatte alle 5 Jahre wiederholt werden? Sogar das einzige greifbare politische Ergebnis jener Diskussion, der Pseudo-Bettenstopp, ist im April 2026 aufgeweicht worden, obwohl er die von Wurmböck geforderte Planungssicherheit geboten hätte. Die Gästebettenzahl wird heuer 270.000 überschreiten, 40.000 mehr als zur Zeit der LTEK-Diskussion und keine Obergrenze in Sicht. Es geht unbeirrt Richtung Wachstum.
Auch dass Südtirol vergleichsweise geringe Werbeausgaben hat, ist ein Irrtum. Die Betriebe, die DMOs und IDM werben auf allen Kanälen. Auch 2026 fließen seitens IDM mindestens 20 Millionen Euro ins Tourismusmarketing zum Aufbau neuer Märkte und zum Pushen der Nebensaisonen, was uns einen neuen Wachstumsschub bescheren wird. Die Grenzen des Wachstums so konsequent zu ignorieren, Herr Wurmböck, wird der Akzeptanz des Tourismus in der Bevölkerung nicht weiterhelfen.
Thomas Benedikter, Eppan
Sommerbetreuung
Sollen Kindergärtnerinnen auch im Sommer arbeiten?
In der Zustimmung zum Vorschlag des Team K (die Kindergärtnerinnen sollten doch bitte den ganzen Sommer über arbeiten) und dem allgemeinen Lehrer- und Kindergärtnerinnen-Bashing manifestiert sich nur das fehlende Bildungsbewusstsein mancher Teile der Südtiroler Gesellschaft.
Helga Mayr, Völs am Schlern
Wie stirbt es sich richtig?
ff 27/26 über den assistierten Suizid, das Gesetz von Landesrat Messner und den Rückzieher der SVP
Solange sich die SVP in dieser Angelegenheit nur von kirchennahen Personen und Medizinern beraten lässt, wird sie in ihrer Diskussion befangen bleiben. Mir fehlen konfessionsunabhängige Ethiker/Philosophen etwa im Landesethik-Komitee, wo meines Wissens vor allem Ärzte und Rechtsanwälte das Sagen haben, sowie auch in den beratenden Organen von Landesrat Hubert Messner und SVP-Gremien. Man findet sicher Fachleute, die eine liberale Position zu diesem Thema vertreten. Man sollte bald eine entsprechende Veranstaltung planen.
Dass man entschieden hat, das Thema auf die lange Bank zu schieben, finde ich nicht gut. Im Moment ist in Italien leider kein großer Spielraum, etwas anders zu regeln, als der, den die Toskana auch schon genutzt hat. Die Bedenken wegen Sterbetourismus finde ich lächerlich.
Im Artikel wird die Frage aufgeworfen: Durch welches Medikament, in welchem Krankenhaus soll der assistierte Suizid stattfinden? Ersteres wird von Ärzten leicht zu klären sein. Meines Erachtens sollte der assistierte Suizid ebenso in einer Palliativstation vorbereitet und begleitet werden. Der Tod soll in gleicher Weise und Würde stattfinden können.
Jede Woche nimmt sich in Südtirol ein Mensch das Leben – so vor einigen Jahren ein Artikel auf salto.bz. Aktuelle Daten konnte ich nicht finden. Das Thema wird so sehr tabuisiert, so dass man nicht erfährt, wie viele Personen, wann, wo und in welcher Form den Freitod gewählt haben. Circa die Hälfte davon soll an schweren Depressionen gelitten haben, das heißt, dass sie schon behandelt und betreut wurden und trotzdem diese Entscheidung getroffen haben. Warum ist es nicht möglich, auch diesen ein würdevolles Sterben zu gönnen?
Sepp Bacher, Bozen
Weitere Artikel
-
-
Jenseits des Brenners: Spanien hat es gut
(ul) In den letzten drei Jahren sind 3 Millionen Migranten nach Spanien gekommen. In vielen anderen Ländern würde eine so große Zuwanderung in so ...
-
Liebe Leserin, lieber Leser,
Alex Schwazer war 14 Jahre alt, als er seine Karriere begann. Er besucht die Sportoberschule in Sterzing und will Eishockeyspieler werden. Es kommt ...

Leserkommentare
Kommentieren
Sie müssen sich anmelden um zu kommentieren.