Brenner-Transit – Europäischer Gerichtshof: (avg) Es wäre eine feine politische Ironie, wenn ausgerechnet die EU dafür sorgen ...
Leserbriefe
Leserbriefe aus der ff30
Eine Frage der Rechte
ff 26/26 über die Regenbogenfahne im Landhaus und eine Geschlechterordnung von gestern
Bezugnehmend auf die Artikel von Nicola Canestrini und Georg Mair möchte ich mich für die Offenheit und den Einsatz bedanken. Ebenso bei allen da draußen, die für die LBGTQIA+ Rechte kämpfen.
Stefan Dosser, Meran
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„Will Fehler machen dürfen“
ff 28/26 über das Projekt selAví, das mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung fördern will
Der AEB – Aktive Eltern von Menschen mit Behinderung begrüßt das Projekt „selAví – selbstbestimmt Leben“ ausdrücklich. Das Projekt ist ein wichtiger Schritt, um Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und die persönliche Assistenz in Südtirol weiterzuentwickeln.
Persönliche Assistenz ist ein bedeutender Baustein auf dem Weg zu mehr Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe. Sie eröffnet Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit, ihr Leben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten und Entscheidungen selbst zu treffen. Der AEB unterstützt dieses Ziel und steht hinter der Initiative selAví.
Gleichzeitig ist es dem AEB ein wichtiges Anliegen, dass stets Menschen mit kognitiver Behinderung und deren Familien aktiv in die Weiterentwicklung des Projekts einbezogen und von Anfang an mitgedacht werden.
Die persönliche Assistenz bringt neben großen Chancen auch eine hohe Verantwortung mit sich. Assistenznehmende übernehmen die Rolle als Arbeitgeberin und Arbeitgeber; sie sind unter anderem für die Auswahl, Organisation, Einsatzplanung und Koordination ihrer persönlichen Assistentinnen und Assistenten verantwortlich. Diese Aufgaben stellen insbesondere Menschen mit kognitiver Behinderung vor besondere Herausforderungen.
Gerade deshalb braucht es geeignete Unterstützungsmodelle und begleitende Strukturen, damit auch Menschen mit kognitiver Behinderung persönliche Assistenz in Anspruch nehmen und ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können, so wie es gesetzlich vorgesehen ist. Selbstbestimmung darf nicht davon abhängen, ob jemand alle organisatorischen und administrativen Anforderungen allein bewältigen kann.
Echte Inklusion gelingt dann, wenn Selbstbestimmung für alle Menschen möglich wird.
Angelika Stampfl und Irmhild Beelen, AEB, Bozen
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Einheitliche Schriftsprache
Überlegungen zu einer Einführung des „Ladin Standard“
Einige Gedanken zu den Äußerungen von Roland Verra über das „Ladin Standard“ hinsichtlich einer einheitlichen Schriftsprache für Badioten, Grödner, Fassaner, Cortineser und Buchensteiner: Wohl die Einzigen, die dazu nicht befragt werden, sind die direkt Betroffenen – und zwar vor allem die Betroffenen in Südtirol, also die Grödner und die Badioten. Mit viel Einsatz und viel Sachkenntnis wurde im Verlauf der Jahre etwa das „Gherdëina“, also das Grödnerische, durch diejenigen, die die Sprache täglich sprechen, behutsam im Wortschatz erweitert, sodass sie heute bereits im Kindergarten und in der Schule durchaus als vollwertige Sprache gelten darf. Würde eine einheitliche die verschiedenen gesprochenen Varianten des Ladinischen übergreifende Schriftsprache eingeführt, so müsste diese, um verankert und auch verwendet zu werden, vor allem auch an den Schulen unterrichtet werden. Damit würden die Original-Idiome in den Hintergrund gedrängt und vermutlich im Laufe der Zeit verschwinden – für immer.
Ähnlich ist es ja auch den Graubündnern mit der Einführung des Rumantsch Grischun ergangen. Die Einführung der Einheitssprache in den Schulen hatte dazu geführt, dass Eltern oft die Hausaufgaben ihrer Kinder nicht mehr verstanden haben. Schließlich wurde der Schritt rückgängig gemacht und das Rumantsch Grischun in den Schulen wieder durch die Original-Idiome ersetzt.
In der Linguistik wird als „Diglossie“ bezeichnet, wenn jemand einen Dialekt spricht und zusätzlich noch die entsprechende Hochsprache. In Gröden etwa hätten wir bei Einführung des „Ladin Standard“ eine „Doppeldiglossie“ und zwar jeweils Dialekt und Hochsprache sowohl fürs Ladinische als auch fürs Deutsche. Im Falle der Einführung des Ladin Standard müsste dieses notgedrungen in der Schule unterrichtet werden und es würde bald nur mehr dieses geben. So könnten sich zum Beispiel die Sprecher des Grödnerischen unter anderem nicht mehr – wie jetzt – in einer besonderen Gruppe identifizieren. Wenn der Grödner das „Grödnerische“ verliert, dann verliert er das Wichtigste, seine Eigenheit, um den Preis, eine fragliche, farblose neue Sprache erlernen zu müssen. Wünscht er sich dies?
Edmund Dellago, St. Ulrich
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