Wild und effektvoll ist die Aufarbeitung der Bombenjahre bei den Volksschauspielen in Telfs. Die „Feuernacht“ von Felix Mitterer ist wie eine Pille, die schnell ins Gemüt geht.
Leserbriefe
Leserbriefe_Ausgabe 32_26
Geld drückt aufs Land
ff 29/26 über die Halbzeitbilanz der Landesregierung. Und den Rekordhaushalt von 11 Milliarden Euro
Der Rekord-Haushalt mit den überstopften Landesräten hängt schräg, wenn gleichzeitig die unterste Einkommensschicht bettelarm gemacht und die mittlere Einkommensschicht zum sehr kleinlichen Geldausgeben gezwungen wird.
Josef Fulterer, Kastelruth
Abbau als Norm
Über scharfe Treppenkanten und die Kompetenzen von Werkzeugmachern und Architekten
Bauwesen und Architektur bestimmen entscheidend unsere Lebensweise und unsere täglichen Konfrontationen. Es ist unbedingt nötig, eine der Banalisierungen zur Sprache zu bringen, die anerkannte Normen des guten Bauens auf den Kopf stellen.
Eine der Grundkompetenzen im Möbelbau wäre zum Beispiel, das passende Holz für eine bestimmte Aufgabe zu kennen.
Die Grundkompetenz eines jeden Werkzeugmachers sollte es sein, für einen Hammer den passenden Griff vorzusehen, weder eckig noch kantig, sondern rund, der Hand und den Fingern angepasst.
Eine grobe Verletzung der Grundkompetenz in der Architektur ist es, scharfe Treppenkanten einzubauen. Niemals und nirgends wird es einen scharfkantigen Stuhl oder einen scharfkantigen Tisch geben, genauso hat kein einziger fähiger Architekt in der gesamten Geschichte eine scharfkantige Treppe entworfen.
Dieses neue, sich hierzulande immer mehr verbreitende, unprofessionelle und unsensible Modell ist ein grober Verstoß gegen die grundsätzlichen Regeln der Baukunst, der Erfahrung und der Vernunft. Es bedeutet Abbau architektonischer Primärkompetenzen. Und dieser Abbau wird bei uns zur Norm.
Erich Kofler Fuchsberg, Naturns
Nippel rein!
Außensicht von Alexandra Kienzl in ff 30/26 über den Drang, in der Öffentlichkeit viel Haut zu zeigen
Für sich betrachtet kann man das vielleicht so sehen, aber es braucht unbedingt endlich das klare Bewusstsein, dass alle Verstö8e gegen die Ethik – Gehässigkeiten, Ungerechtigkeiten, Verleumdungen und dergleichen – mindestens so zirka sechs Milliarden mal schlimmer sind als solche Kleinigkeiten: Wenn es gelingt, die Moral auf der ganzen Linie ausnahmslos durchgehend auf ein hohes Niveau zu bringen, kann man sich eventuell auch der Hebung von Anstand und Sitte dieser Art widmen – davor sind solche Dinge nach meinem Ermessen belanglos und absolut tolerierbar.
Martin Dissertori, Eppan
Die einen dürfen, die anderen nicht
Wasser sparen und Tourismus: Leitartikel von Alexandra Aschbacher in ff 31/25
Der Leitartikel setzt sich mit der aktuellen Wasserknappheit auseinander; derzeit und wohl auch zukünftig eine der zentralen Fragen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Abgesehen davon, dass die Aussage, der Tourismus würde im Dekret nicht erwähnt, nicht stimmt, ist es schade, dass ein weiteres Mal der Tourismus in Kombination mit aus dem Gesamtkontext gerissenen Daten herhalten musste, um die Diskussion über ein so wichtiges Thema in die inzwischen inflationäre Erzählung „Einheimische gegen Gäste“ einzubetten. Die Diskussion über den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser ist aber wichtig und richtig. Der HGV unterstützt die vom Land erlassenen Maßnahmen zum Wassersparen ausdrücklich und wir haben unsere Mitgliedsbetriebe dazu aufgerufen, diese konsequent umzusetzen. Zudem sensibilisiert und berät der HGV in diesem Bereich seit Jahren. Der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser ist für unsere Branche keine kurzfristige Reaktion auf eine Ausnahmesituation, sondern Teil eines nachhaltigen Wirtschaftens. Unsere Branche ist sich dieser Verantwortung bewusst und stellt sich ihr. Nachhaltigkeit ist längst zu einem wichtigen Bestandteil unternehmerischer Entscheidungen geworden.
Bedauerlicherweise wird mit solchen Leitartikeln bewusst oder unbewusst suggeriert, das Gastgewerbe würde sich seiner Verantwortung entziehen oder gar eine Sonderbehandlung genießen. Anstatt Einheimische und Gäste gegeneinander auszuspielen, sollten wir gemeinsam die entscheidende Frage stellen: Wie sichern wir auch künftig eine verlässliche Wasserversorgung für Bevölkerung, Wirtschaft und Umwelt?
Dazu braucht es Investitionen in die Infrastruktur, moderne Speichersysteme, ein intelligentes Wassermanagement sowie langfristige Strategien und Entscheidungen, die alle Nutzerinnen und Nutzer einbeziehen und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen, nicht auf zugespitzten Schlagzeilen. Wasser ist keine Frage von „die einen“ oder „die anderen“. Es ist eine gemeinsame Verantwortung.
Raffael Mooswalder, Direktor des HGV, Bozen
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