Leserbriefe

Leserbriefe_Ausgabe 33_26

 

Der Schmerz ist noch da
ff 32/26 über eine Studie der Eurac zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie
Ein Projektleiter am Center for Advanced Studies von Eurac Research sagt, Aufarbeitung habe nichts mit Schuldzuweisung zu tun. Im Gegenteil: „Wenn die einen ständig den anderen die Verantwortung zuschieben, kommen wir da nie heraus.“
Aufarbeitung bedeutet aber sehr wohl, Verantwortung und Schuld klar zu benennen. Was sonst? Wer diesen Schritt ausklammert, verwechselt Versöhnungsarbeit mit Aufarbeitung und spielt Menschen gegeneinander aus.
Martin Volgger, Sterzing

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Der See gehört uns
Freier Zugang zum Kalterer See: Leitartikel in ff 32/26
Sie behaupten, der Kalterer Bürgermeister vertrete „eisern die Interessen der Privaten“. Als Stegbesitzer und Gemeinderat von Kaltern weise ich diese Unterstellung zurück.
Viele Stegbesitzer und auch Betreiber öffentlicher Lidos hätten gegen einen zusätzlichen kostenlosen Seezugang nichts einzuwenden. Manch einer würde es vermutlich sogar begrüßen, würden sich rücksichtslose Badegäste auf andere Bereiche verteilen.
Die entscheidenden Fragen blenden Sie jedoch aus:
Sind 10 Euro Eintritt für Erwachsene und 5 Euro für Kinder tatsächlich unzumutbar, wenn man dafür eine gepflegte Liegewiese, Schwimmbad, Kinderbecken, saubere Sanitäranlagen, Bademeister und einen kostenlosen Parkplatz erhält?
Wer bezahlt den von Ihnen geforderten „kostenlosen“ Seezugang? Denn kostenlos ist er natürlich nicht. Grundstück, Pflege, Reinigung, Sicherheit, Müllentsorgung und Infrastruktur verursachen erhebliche Kosten. Soll dafür die Allgemeinheit mit Steuergeld aufkommen, damit ein kleiner Teil der Bevölkerung einen kostenlosen Badeplatz nutzen kann?
Daniel Moser, Kaltern

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Urlaub in Welsch-Metz
ff 32/26 über Google Maps und die deutschen Orts­namen für das Trentino
Zum Unterschied zu den um 1900 von Tolomei großteils frei erfundenen italienischen Ortsnamen, sind die deutschen bei Google-Maps fürs Trentino historisch entstanden und werden im Umfeld von Sprachminderheiten sogar amtlich ausgeschildert. Noch zu Beginn der Neuzeit war das Trentino dreisprachig – nicht nur am Land: Selbst in Trient war der Bevölkerungsanteil der Deutschsprachigen damals gleich hoch wie heute in Bozen.
Martin Schweiggl, Kurtatsch

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Die Schule, die spaltet
Gegendarstellung zum Artikel in ff 32/26 über die Schule in St. Felix-Unsere Liebe Frau im Walde
1. Zur Unterschriftensammlung: Die Unterschriftensammlung zur Erhaltung aller drei Schulstellen wurde der Gemeinde nie vorgelegt. Aktenkundig ist lediglich ein Oppositions-Schreiben mit circa 300 Unterschriften, wobei fast ein Drittel der Unterschriften von Nicht-Gemeindebürgern stammt, der Großteil davon aus dem Trentino. Wer Transparenz fordert, muss Zahlen auch der Gemeinde zur Überprüfung vorlegen, statt ungeprüft in den Medien Stimmung zu machen.
2. Zur Behauptung der Schließung der Grundschule: Die Eltern der von der Schließung betroffenen Grundschule von Unsere Liebe Frau im Walde wünschen sich, dass die Kinder nach dem Kindergarten nicht mehr getrennt werden. Wegen dieser Situation schickt ein Teil dieser Eltern die Kinder bereits seit Jahren nach St. Felix. Das Projekt sichert beiden Dörfern im Abstand von nur drei Kilometern jeweils den Schulstandort: In ­St. Felix entsteht die gemeinsame Grundschule mit Mensa, in Unsere Liebe Frau im Walde die gemeinsame Mittelschule. Frei werdende Kubatur wird für eine Mensa und ein Generationenhaus genutzt.
3. Zum Abdruck des Zitats „jetzt ist Krieg“: Das im Artikel abgedruckte Zitat einer Betroffenen „50 Jahre Waffenstillstand und jetzt ist Krieg“ entbehrt jeder Realität. Weder vor 50 Jahren und auch nicht heute herrscht Krieg in unserer Gemeinde. Eine sachliche Berichterstattung sollte auf solch polemische, die Dorfgemeinschaft spaltende Rhetorik verzichten.
4. Zur angeblichen „Geheimhaltung“: Richtig ist: Es handelte sich um ein offenes Gespräch der Gemeindereferenten mit Vertretern der Initiativgruppe ohne Tagesordnung, das im vertraulichen Rahmen und ohne Protokoll stattfand. Mein Appell bezog sich exklusiv darauf, aus diesem geschützten Raum keine ungefilterten Zwischenstände in soziale Medien zu tragen, bevor Fakten feststehen. Dies diente dem Schutz vor Desinformation, nicht der Geheimhaltung.
Gabriela Kofler, Bürgermeisterin der Gemeinde Unsere Liebe Frau im Walde-St. Felix

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