Wirtshaus „Steinbock“, Glurns. „flurin“-Junior: Einen Steinwurf vom Stammsitz entfernt kocht eine junge, von Patron Ortler instruierte Brigade, unkomplizierter und gut.
Leserbriefe
Leserbriefe_35_26
„Innovation heißt auch, dass etwas schiefgehen kann“
Sommergespräch in ff 34/26 mit Erwin Hinteregger, Chef der IDM
Als Heinrich Heine 1828 auf dem Weg nach Genua die Tiroler als Volk beschrieb, das seine Kultur zur „schamlosen Verschacherung des Verschämtesten“ feilbietet, erntete er einen wütenden Aufschrei. Heute müssen wir zugestehen, dass er recht hatte. Heine war kein Spötter. Er war ein visionärer Prophet des modernen Destinationsmarketings. Er begriff nur nicht, dass man diese Prostitution im 21. Jahrhundert nicht mehr als Peinlichkeit, sondern als „authentische Experience“ feiert. Was Heine als sklavische Anbiederung tadelte, haben wir Südtiroler zu einer hochprofitablen Performance-Kunst perfektioniert. Für die Heerscharen von SUV-Kolonnen, die sich Stoßstange an Stoßstange durch unsere kollabierenden Täler quälen, halten wir die perfekte Illusion bereit. Unsere Scham haben wir längst gegen eine Rendite-Identität eingetauscht. Die bäuerliche Tradition, der Respekt vor dem Berg, das echte Brauchtum wurden mundgerecht filetiert und in kaufbare Häppchen gepresst. Wir wissen längst: Der Gast sucht nicht die echte Heimat. Er sucht das Klischee- Abziehbild, das wir ihm mit einem einstudierten Grinsen servieren. Während die einheimische Bevölkerung aus den eigenen Dörfern vertrieben wird, weil kein Normalverdiener mehr die vom Tourismus aufgeblähten Immobilienpreise zahlen kann, feiert sich die Politik für einen kosmetischen „Bettenstopp“. Wenn Heines Definition von Geistesbeschränktheit darin bestand, aus jedem Funken Würde und Natur den letzten Cent herauszupressen, dann sind wir heute stolzer denn je auf dieses Prädikat. Wir sehen darin kein moralisches Elend, sondern eine glänzende Bilanz.
Florian Leimgruber, Sand in Taufers
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Medaille ohne Bedeutung
Wer bekommt sie und warum? Die Verleihung von Verdienstmedaillen und Verdienstkreuzen
Am 15. August 2026 wurden in Innsbruck die Verdienstmedaillen und Verdienstkreuze des Landes Tirol vergeben. Darunter an 29 Südtirolerinnen und Südtiroler. Sie wurden also für ihre Verdienste ausgezeichnet.
Wie aber wird ein zu ehrender Verdienst festgestellt? Genügt es, wenn ich 20, 30, 40 Jahre Präsident*in eines ehrenamtlichen oder wirtschaftlichen Vereins gewesen bin? Wie wird der gesellschaftliche Nutzen dieses Verdienstes – denn darum sollte es ja gehen – identifiziert? Und wie steht es mit der Integrität der Menschen, die ausgezeichnet werden? Man kann sich auch für die Gemeinschaft unermüdlich und ehrenamtlich engagieren, im privaten Leben aber nicht wirklich integer sein.
Wenn eine Medaille nach derart unklaren Kriterien verliehen wird, verliert das Symbol seine Bedeutung. Eine Auszeichnung sollte für etwas stehen, das über den materiellen Wert des Gegenstands hinausgeht. Damit sie diese symbolische Funktion erfüllen kann, muss es eine nachvollziehbare Beziehung zwischen Symbol und Errungenschaft geben.
Wenn aber eine Medaille ohne transparente und objektiv nachvollziehbare Kriterien vergeben werden kann, hat sie keine gemeinsame
Bedeutung mehr.
Alexa Mutschlechner, Elide Mussner, Badia
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Ist das echt?
Wie die künstliche Intelligenz uns hinters Licht führt. Titelgeschichte in ff 34/26
Ob die von der KI errechnete beste Lösung den ausufernden Stromverbrauch dafür rechtfertigt, muss weiterhin mit dem menschlichen Gehirn entschieden werden!
Josef Fulterer Josef, Kastelruth
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Briefe Kategorie/Thema
Die Aktionen der Meraner Bürgermeisterin gegen den Über-Tourismus
Bürgermeisterin Katharina Zeller hat bis auf den kleinen Ausrutscher mit der Bürgermeisterschleife alles gut gemacht. Trickreich und fantasievoll will nun ihre Regierung auch den sogenannten gefühlten „Zuviel-Tourismus“ bekämpfen! Es muss gehandelt werden, ist das Motto! Abriss des alten und die Planung des neuen WCs am Tappeinerweg wurden in einen strategischen Zeitplan raffiniert eingebunden. Man machte die Schließung des Tappeinerweges rund um die Ferragostowoche „absolut notwendig“ und somit dringend und wichtig!Die von weither angereisten Kurgäste wundern sich, der HGV ist sprachlos und der normal denkende Meraner Bürger kann über diese neue Tourismusstrategie in Meran nur staunen! Ironie Ende!
Kurt Duschek, Tirol
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„Viel Verständnis, wenig Wirkung“
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