(ul) Jamaika ist ein sehr christliches Land. Auf der Karibikinsel gibt es auf einem Quadratkilometer so viele Kirchen wie in keinem anderen Land der ...
Leserbriefe
Leserbriefe_41_26
Spaßfliegerei
Lärm im Gebirge: Beschränkt endlich die Hubschrauberflüge über die Dolomiten!
Die zunehmende Hubschrauber-Spaßfliegerei über die Dolomiten ist äußerst störend, sowohl für uns wandernde, ruhesuchende Einheimische als auch für Touristen, die ein erholsames Naturerlebnis erwarten.
Der Lärmpegel ist oft enorm hoch, der Widerhall ohrenbetäubend, teilweise wird sehr tief an und auch zwischen den Felswänden geflogen, sodass sogar die Flugpassagiere sichtbar sind und die Aufschrift am Fluggerät leserlich ist.
An schönen Tagen knattert es in den Dolomiten unentwegt über den Köpfen von uns Wanderern und Berggehern. Dieser Lärm beeinträchtigt wissentlich den Lebensraum von dort lebenden Menschen, von Wildtieren, von Vögeln und von Nutztieren. Es ist dies eine Zumutung und wird, neben der steigenden Anzahl von Drohnen über den Berggipfeln, immer unerträglicher!
Wie ich finde, ist dies ein weiteres Zeichen des überbordenden Tourismus, der sich mit Arroganz und Präpotenz über die Bedürfnisse der Einheimischen hinwegsetzt. Zudem ist es unerklärlich, warum derartige Unterfangen im Unesco-Naturerbe Dolomiten überhaupt erlaubt sind.
Die Politik hat die Befugnisse, diese „Vergnügungen“ zu unterbinden, und ist aufgefordert, endlich Beschränkungen zu veranlassen.
Marlene Winkler, Brixen
Verkehr im Vinschgau
Wann fährt sie wieder regulär? Die Probleme bei der Elektrifizierung der Vinschgerbahn
Die Vinschgerbahn ist seit über zehn Jahren immer wieder abschnittsweise stillgelegt, angeblich wegen Elektrifizierung. Ein Ende der Absurdität ist nicht in Sicht. Darf man auf innovative Mobilitätsplanung in Südtirol oder vielleicht sogar verkehrspolitisches Engagement für den Vinschgau noch hoffen?
Toni Bernhart, Berlin und Prad am Stilfserjoch
Der Auto-Populismus
Wie sinnvoll ist die Abschaffung der Autosteuer? Leitartikel in ff 39/26
Vielen Dank an die Regierung Meloni, dass die Autosteuer für Kleinautos bis 80 kW vorerst für ein Jahr erlassen worden ist. Dadurch werden jene Autofahrer entlastet, welche Strafen entrichten mussten, weil sie mit 1 km/h über dem Limit an den Speed Check Boxen / Autovelox vorbeigefahren sind. Davon betroffen sind: 80-Jährige; Hausfrauen; Arbeiter, Angestellte, Pensionisten …
Mit dieser Geste zeigt die italienische Regierung guten Willen und verhält sich vorbildlich. Während man dies von denjenigen, die diese Strafen einkassiert haben, nicht behaupten kann. Für widerrechtlich aufgestellte Geschwindigkeitsmessgeräte (Speed Check Boxen) gehören die Strafen ohne Abzug zurückbezahlt.
Albert Peslalz, Bruneck, St.Georgen
Notwendige Kompromisse
So, wie wir im Moment diskutieren, kommen wir nicht zu konstruktiven Lösungen im Tourismus
Was passiert, wenn man ein Thema zerredet, man ständig nur um das Thema herumredet und aufzählt, wie schlecht die Situation aussieht, wie viele Probleme es gibt und wie viele Nachteile? Dann sieht man irgendwann das Licht des Lösungsansatzes nicht mehr und versinkt in Verzweiflung, in einer apokalyptischen, zerstörerischen Haltung. Die meisten Probleme haben auch Lösungen, nicht alle, aber die meisten. Man muss sie jedoch suchen. Lösungen entstehen nicht, indem man ständig nur das Problem anspricht. Sie kommen erst zum Vorschein, wenn man den Blickwinkel ein wenig verschiebt und die Sichtweise ändert. Nur weil ich ständig über meine Schmerzen klage, vergehen sie nicht.
Und genau das ist das Hauptproblem der Tourismusdebatte. Verhärtete Fronten bauen Frust und Ärger auf und schaukeln sich gegenseitig hoch, ohne einen gemeinsamen Lösungsansatz anzustreben.
Dazu kommt, dass in der Debatte auf beiden Seiten sehr einseitig und isoliert diskutiert wird. Beide Lager wollen größtenteils nicht wahrhaben, dass das Problem nicht für alle dasselbe ist. Nicht alle denken und fühlen gleich. Man redet aneinander vorbei, schließt sich in der eigenen Blase ein und bestärkt die eigene Sichtweise. Man sucht nicht nach einem objektiveren Blick auf die Dinge.
Nicht alle hassen den Tourismus. Nicht alle lieben den Tourismus. Viele liegen dazwischen. Viele würden sich proaktive, lösungsorientierte Ansätze wünschen. Alle haben das gleiche Ziel: ein gutes Leben für Südtirol.
Solange man die Dinge nicht differenzierter wahrnimmt und es vorzieht, im eigenen Saft zu schmoren, wird man nicht an Kompromissen arbeiten können – und dementsprechend auch keine echte Lösung finden. Denn erfolgreiche Lösungen sind (fast) immer Kompromisslösungen.
Elide Mussner, Abtei
„Fachkompetenz zählt immer weniger“
Albert Wurzer war 27 Jahre in Politik und Landesverwaltung. Jetzt ist er in Pension. Ein Interview in ff 40/26
Früher war alles besser. Diesen Eindruck muss gewinnen, wer das Interview mit Albert Wurzer liest. Aber war es das?
Mag sein, dass die Bevölkerung sich von der Politik in einem gewissen Sinne wahrgenommen fühlte, dass der Einfluss der Lobbys geringer war, politische Programme einigermaßen sichtbar waren. Das mag alles sein. Was dagegen nicht zutrifft, ist, dass die Bestellung von Führungskräften der Landesverwaltung objektiver und transparenter war. Das war sie durchaus nicht. Bezeichnend dafür ist der Umstand, dass mit der Einführung der Ressortdirektoren in den frühen 90er-Jahren zu den zwei bestehenden eine zusätzliche Führungsebene geschaffen wurde, die es angesichts der Größe der Verwaltung weiß Gott nicht brauchte. Und das zudem in einer Zeit, in der die einschlägige Fachwelt zur Steigerung von Effizienz und Transparenz die flachen Hierarchien propagierte. Wozu also einen Ressortdirektor? Dreimal darf geraten werden.
Und dann gab es, immerhin im Unterschied zu heute, weder eine öffentliche Ausschreibung noch einen Wettbewerb zur Bestellung von Führungskräften. Es war den Politikern völlig freigestellt, ganz nach Gutdünken Führungkräfte zu berufen. Und wenn jemand von einer freien Führungsstelle zufällig Kenntnis erhielt und daran interessier war, durfte er oder sie sich für einen Bittgang zur Politik natürlich nicht zu schade sein.
Gegebenenfalls in aller Herrgottsfrühe in den Palais Widmann in Bozen.
Hans Punter, Meran
No Bikes please
Wenn Radfahrer keinen Respekt kennen – trotz eindeutigem Fahrverbot
Seit einem Jahr ist der beliebte und wunderschöne „Weg des Dialogs“, besser bekannt als Besinnungs-, Pilger- und Wanderweg, der vom St. Jakobskirchlein nach St. Ulrich führt, in beide Richtungen für Fahrräder gesperrt.
Der Weg hat seinen ganz eigenen Charakter: Er lädt zum Spazieren, Innehalten und Durchatmen ein. Ältere Menschen, Mütter mit Kinderwagen und alle, die Ruhe und Erholung suchen, schätzen diesen besonderen Ort. Auch bei Pflege, Instandhaltung und Sauberkeit ist der Weg ein echtes Vorzeigeprojekt.
Umso unverständlicher ist es, dass die Sperre von manchen Radfahrern offenbar nach dem Motto Verbotsschilder sind nur Empfehlungen behandelt wird. Immer wieder wird er trotz des eindeutigen Verbots befahren – leider nicht immer mit der nötigen Rücksicht auf diejenigen, die dort zu Fuß unterwegs sind. Dabei geht es nicht darum, Radfahrer gegen Spaziergänger auszuspielen. Es geht ganz einfach um gegenseitige Rücksichtnahme und darum, einen Ort zu respektieren, der bewusst der Ruhe, Besinnung und Erholung gewidmet ist.
Müssen wir tatsächlich irgendwann Zäune und Absperrungen errichten, weil ein eindeutiges Verbot nicht mehr ausreicht? Vielleicht sollten wir es zunächst mit etwas versuchen, das eigentlich selbstverständlich sein sollte: Vernunft, Rücksicht und Respekt. Der „Weg des Dialogs“ verdient genau das.
Beatrix Stufflesser, St. Ulrich/Gröden
Noch schnell zerstören
Wer sind die Leute, die trotz negativer Beurteilungen immer wieder Projekte genehmigen?
Laut EU gibt es die Verpflichtung, „Natur zu renaturieren. Aber, „mir sein mir“, wir zerstören noch schnell, was irgendwie geht, Wald, Moose usw.
Wer sind die Verantwortlichen, die trotz negativer Beurteilung der eigenen Ämter immer wieder Projekte genehmigen? Das brauche ich als Info für die nächsten Wahlen. Anwärter für Gemeinde und Landtagswahlen sollten verpflichtende Seminare absolvieren müssen, die vermitteln, welche Folgen Entscheidungen in diesen Gremien haben.
Denken wird nicht nur von „elfe bis Mittog“.
Ilse Plunger, Lana
Armut ist (k)eine Schande
Südtirols Wirtschaft ist stark, aber vielen Menschen geht es nicht gut. Leitartikel von Georg Mair in ff 40/26
Geehrter Georg Mair,
ich lese immer gerne – und meist mit Zufriedenheit – Ihre Leitartikel. Nur: Im letzten Beitrag steht der Satz: „Viele Betriebe haben in den vergangenen Jahren viel ins Personal investiert, die Personalkosten sind stark gestiegen, man kümmert sich um die Leute.“ Eine gewagte These, angesichts der Tatsache, daß die Schere zwischen Arm und Reich auch in Südtirol immer weiter auseinanderklafft.
Ich habe die Aufstellungen der „Top 300“ vom Oktober 2016 und 2026 vor mir, und – stichprobenartig – kann ich nur feststellen, dass 1. der Umsatz vieler Betriebe gestiegen ist, 2. die Gewinne vieler Betriebe stark gestiegen sind und 3. die Lohnkosten in absoluten Zahlen gestiegen sind, während die Personalkostenquote in Prozent zum Teil sogar gefallen ist.
Wenn ich dazu auch noch bemerke, dass durch die „Vollbeschäftigung“ im letzten Jahr mehr Lohnabhängige aufscheinen müssten, dann bleibt nur die Folgerung: Löhne und Gehälter sind nicht entsprechend gestiegen.Um zu behaupten, „ ... diese Entwicklung zeigt, dass die Löhne durch Inflation und Tarifabschlüsse gestiegen sind“, fehlt eine wichtige Information: die Anzahl der Mitarbeitenden.
Also zurück zum Titel: Armut ist eine Schande: ja, für alle, die Reichtum schaffen, aber nur einen kleinen Teil davon weitergeben. Und eine Schande für die, welche Verantwortung für die Gesellschaft tragen.
Franz Kurt Pardeller, Bozen
Weitere Artikel
-
-
Die Gäste der ff-Talks
Knapp 400 Gäste kamen zum ff-Abend der Wirtschaft ins Unternehmen Rubner Türen in Kiens. Hier eine kleine Auswahl der Gäste des Abends.
-
Spaghetti mit „falschem“ Cacio e Pepe
Es gibt kaum ein Gericht, das für mich so sehr Geselligkeit symbolisiert wie der römische Klassiker „Cacio e Pepe“. Pecorino romano und Pfeffer ...

Leserkommentare
Kommentieren
Sie müssen sich anmelden um zu kommentieren.