ein Artikel, der am 17. September in ff (38/26) erschienen ist, sorgt immer noch für Nachwirkungen. Der Titel der Story war: „Der erregte Mann“. ...
Leserbriefe
Leserbriefe_44_26
Genug verpasst
Lehrkräfte sollten endlich wieder Ausflüge und andere Aktivitäten abhalten
Im Vorjahr mussten viele Kinder wegen der Lehrerstreiks auf Ausflüge, Theaterbesuche und andere gemeinsame Aktivitäten verzichten. Schon die Corona-Jahre hatten ihnen viele wertvolle Erlebnisse genommen. Nun scheint sich die Situation an manchen Schulen wieder zu normalisieren. An der Goethe-Schule hingegen soll es laut Mitteilung des Elternrats bei einem Herbst- oder Maiausflug bleiben. Weitere Ausflüge sowie Theater- und Museumsbesuche sind nicht vorgesehen. Wie viel müssen unsere Kinder noch ertragen?
Es geht nicht darum, dass Lehrkräfte auf einen Theater- oder Museumsbesuch „verzichten“. Es geht darum, dass Kindern diese Erfahrungen vorenthalten werden. Theater, Museen und gemeinsame Ausflüge sind kein verzichtbarer Luxus. Sie gehören zur Allgemeinbildung, wecken Neugier und eröffnen neue Perspektiven. Sie bleiben in Erinnerung. Und nicht jede Familie kann solche Erlebnisse privat ermöglichen.
Besonders bedenklich finde ich eine andere Entwicklung: Der Zulauf zu Privatschulen ist groß, die Wartelisten sind lang. Ich weiß das aus eigener Erfahrung, denn auch ich habe mein anderes Kind an einer Privatschule eingeschrieben. Dort werden Ausflüge organisiert und zusätzliche Bildungsangebote geschaffen, während sie an öffentlichen Schulen fast gänzlich gestrichen werden.
Wollen wir wirklich eine Entwicklung, in der sich Familien mit entsprechenden finanziellen Möglichkeiten ein umfassenderes Bildungsangebot sichern können, während andere Kinder darauf verzichten müssen? Das wäre der Beginn einer Zweiklassengesellschaft im Bildungsbereich. Und genau das darf nicht passieren.
Es ist Zeit, die Kinder wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Sie haben schon genug verpasst.
Michi Kompatscher, Bozen
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Im CD-Modus
Leitartikel in ff 43/26 über den Sanitätsbetrieb, der noch mit Mitteln aus der digitalen Steinzeit arbeitet
Das Krankenhaus Bozen hat seit jeher ein eigenes Büro, um private Aufnahmen ins System des Sanitätsdienstes zu übertragen. Früher waren das CDs, heute sind es zusätzlich Links. Formular mit Link und Erlaubnis ausfüllen, unterschreiben und fertig. Eine kurze Nachfrage in der Radiologie oder beim Pförtner ergibt diese Information (so wie auch ich dies erfahren habe). Ein bisschen Eigeninitiative schadet niemandem.
Der bessere Grund, sich aufzuregen, wäre doch, warum die Privaten ihre Daten nicht direkt ins System einpflegen ... Da sie doch in öffentlichem Auftrag arbeiten.
Moritz Demetz, Wolkenstein
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Chrupalla, Le Pen & C
Über Persönlichkeiten, die nationalen Fundamentalismus predigen, obwohl sie der Nation gar nicht angehören
Die AFD hat in diesem Sommer in die politische Landschaft Südtirols hereingespielt, und das ganz bestimmt nicht zur Freude und zum Wohlgefallen aller Südtiroler, so etwas dürfen sich jene, die sich für Blutsnachfahren germanischer Barden halten, nicht einbilden. Ob diese Leute vom überheblichen Ersten bis zum kläglichen Letzten der sogenannten arischen Rasse, die es in Wirklichkeit nicht gibt, aus einer Schundschrift eines Farbenklecksers aus Braunau angehören, lässt sich, wie im Falle anderer nationaler Extremismen, allen Ernstes bezweifeln.
Ist vielleicht hierzulande der Name des Vorsitzenden der AFD, Timo Chrupalla, aufgefallen, hatte man den Eindruck, dass der Name des genannten Politikers nicht gerade urgermanisch klingt. Timo Chrupalla ist aus der Gemeinde Krušwica / Krauschwitz in der Hornja Lužica / Oberlausitz gebürtig, die Sprache dieser Gegend ist das Sorbische, ein westslawisches Idiom, das zwischen Tschechisch und Polnisch angesiedelt werden kann. Ein weiterer Fall eines ethnischen Konvertiten, einer Persönlichkeit, die einen nationalen Fundamentalismus vertritt, obwohl sie der betreffenden Nation nicht angehört: Der spanische Militärdiktator Francisco Franco war kein Spanier, sondern ein Galicier; Jean-Marie Le Pen, Gründer des rechtsextremen Front National, war nicht Franzose, sondern Bretone; Alois Pompanin, im Südtirol zur Zeit der Option Propagandamacher für das Auswandern nach Deutschland, war kein „Reichsdeutscher“, sondern Ampezzaner, Ladiner; eine führende Persönlichkeit des neofaschistischen MSI auf hiesiger Ebene hieß Giorgio Holzmann – der Familienname ist in der Gegend von Steinach in Tirol heimisch –, und auch der Nachname Meloni ist sardisch, wobei das Sardische eine eigene Sprache ist. Womöglich könnten Fachleute aus den Gebieten der Psychologie und der Soziologie Erklärungen zu diesem sonderbar anmutenden Phänomen liefern.
Georg Lezuo, Bozen
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