Südtirol Filarmonica: 86 Südtiroler Musikerinnen und Musiker, Posaunist Peter Steiner und Dirigent Michael Pichler begeistern in Südtirol und auch in Mailand.
Leserbriefe
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Hören wir zu!
Die Proteste der Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Wochen
Ja, die Bilder der gewaltsamen Ausschreitungen sind besorgniserregend. Vandalismus und Gewalt müssen klar verurteilt werden.
Ja, es gibt Menschen, die randalieren und Sachbeschädigungen begehen. Aber es gibt vor allem eine ganze Generation, die friedlich auf die Straße geht, um ihre Rechte einzufordern. Eine junge Generation, die ihre Stimme erhebt, nachdem sie von der Politik viel zu lange ignoriert wurde. Und sie hat recht.
Für viele junge Menschen funktioniert das Versprechen des sozialen Aufstiegs nicht mehr. Die Immobilienpreise und Mieten sind enorm gestiegen und ein Studium wird immer teurer. Das Recht auf Hochschulbildung hängt immer stärker von den finanziellen Möglichkeiten der Familien ab.
Auch nach dem Studienabschluss verbessert sich die Situation oft nicht: unbezahlte oder schlecht bezahlte Praktika, niedrige Löhne und prekäre Arbeitsverhältnisse. Auch deshalb verlassen immer mehr junge Menschen das Land, weil sie anderswo bessere Perspektiven finden. Doch die Regierung Meloni liefert keine konkreten Antworten.
Es wird ständig über junge Menschen gesprochen, aber nur selten mit ihnen. Wir diskutieren über Wehrpflicht, Aufrüstung und Kriege – Entscheidungen, deren Folgen vor allem die jüngeren Generationen tragen werden. Wie oft werden sie in diese Debatten einbezogen?
Dazu kommen die Klimakrise, internationale Konflikte und ein enormer gesellschaftlicher Druck. Von jungen Menschen wird erwartet, dass sie studieren, arbeiten, Karriere machen, eine Wohnung finden, eine Familie gründen und sich eine Zukunft aufbauen. Die Erwartungen steigen, die Chancen werden weniger.
Deshalb ist es legitim, dass diese Generation auf die Straße geht, ihre Rechte einfordert und klar sagt, dass es so nicht weitergehen kann.
Wer die Sorgen einer ganzen Generation lediglich als Problem der öffentlichen Ordnung betrachtet, hat nichts verstanden.
Unsere Generation braucht keine Moralpredigten und keine pauschalen Verurteilungen. Sie braucht Perspektiven, echte Möglichkeiten, an Entscheidungen mitzuwirken, und konkrete politische Antworten.
Zeno Oberkofler, Landtagsabgeordneter der Grünen, Bozen
„Verfehltes Projekt“
Brief von Erika Schmidt über ihre Expertise zum Brixner Hofburggarten in ff 43/26
Der historische und denkmalgeschützte (?) Hofburggarten, welcher zukünftig als André-Heller-Garten erlebbar gemacht wird, lässt über einiges nachdenken!
Der „gartenkulturelle Charakter und die Achtung vor der Würde des Hofburgensembles“ muss wohl wirtschaftlichen Zwängen weichen.
Steuergelder aus Stadt und Land müssen die entstandenen Mehrfachkosten durch den Multimedia-Künstler stemmen! Gemeint ist das Heller-Projekt – im Gegensatz zum Siegerprojekt (2012) des ordnungsgemäß ausgeschriebenen Wettbewerbs!
Darüber hinaus haben die Besuchenden wie Steuerzahlenden Eintritt zu zahlen. Ganz im Gegensatz zu den zahlreichen mitteleuropäischen Städten, wo ähnliche Gärten frei und durchgängig begehbar sind!
Walter Kircher, Brixen
Taube Ohren
Die Untätigkeit der Politik in Sachen psychische Krankheiten
Es gibt viele, die von einer psychischen Krankheit betroffen sind, auch die Angehörigen leiden mit. Die Information über diese sonderbaren Krankheiten ist wichtig, ebenso die Prävention.
Die Arbeit mit den psychisch Kranken ist vorwiegend Netzwerkarbeit, denn es betrifft viele, da arbeiten Psychiater, Psychotherapeuten, Therapeuten zusammen, tauschen sich aus. Ziel ist, dass die „gefangene“ Seele wieder aufatmen kann und zum Leben kommt.
Nun möchte man meinen, die Verantwortlichen in der Politik hätten dies verstanden und handelten ihren öffentlichen Reden gemäß. Doch die Ohren sind taub. Es gibt den Psychiatrieplan von 1996, aber man trägt dem nicht Rechnung. Da wäre das Landeskomitee, in dem alle Anliegen besprochen werden sollten. Es ist seit sechs Jahren untätig.
Auch auf Bezirksebene wären solche Komitees vorgesehen, Brixen und Bruneck berufen es regelmäßig ein. Bozen und Meran verweigern die Einberufung. Ich verstehe diese Doppelzüngigkeit nicht: verbale Bekenntnisse in der Öffentlichkeit, und dann torpediert man die Auseinandersetzung zu diesen Themen.
Im Übrigen: Ich hätte einen ersten Tagesordnungspunkt für das Komitee: die Reha-Abteilungen. Sie fehlen in Brixen und in Bruneck, obwohl vom Psychiatrieplan vorgesehen. Aber in der Sanität hat man sehr dehnbare Vorstellungen über Gesetze.
Richard Santifaller, Brixen
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